„Wir haben es wachsen sehen“

Leiterin Petra Wolff ist begeistert von der neuen Kinder- und Familientagesstätte am Stöckach

Kita Leiterin Petra Wolff

Mit dem Neubau ist aus dem Stöckach-Kindergarten in Stuttgarts Osten ein modernes Kinder- und Familienzentrum geworden: Ökologisch und naturnah gebaut, mit Ressourcen-schonender Energieversorgung, nach neuesten pädagogischen Richtlinien konzipiert und von der Eurokindergarten GmbH erstellt. Seit 11. April 2016 ist der Neubau in Betrieb. Wir sprachen mit der Leiterin Petra Wolff über die tägliche Freude an der Arbeit in Deutschlands erstem CO²-freiem Kindergarten.

Frau Wolff, wie lange leiten Sie schon den evangelischen Kindergarten am Stöckach?

Petra Wolff: Seit zehn Jahren. Insgesamt bin ich schon seit 26 Jahren hier in der Einrichtung, war zuvor stellvertretende Leiterin. Zudem bin ich als Multiplikatorin für Bildungs- und Lerngeschichten im Kirchenkreis und anderen Einrichtungen tätig.

Nun steht Ihr neues Haus. Waren Sie an der Auswahl und Gestaltung mit beteiligt?

Petra Wolff: Oh ja, von Anfang an. Mir wurden immer die Pläne vorgelegt und ich war stets informiert, was gerade passiert. Mit der Architektin Frau Knorr habe ich sehr eng zusammengearbeitet und war immer auf dem aktuellen Stand. Das war gut so, denn ich war ja vor Ort und konnte die Handwerker einweisen.

Was geht im neuen Haus auf Ihre Beiträge zurück?

Petra Wolff: Im Inneren wollte ich alles so flexibel wie möglich haben. Dass man Möbel und sogar Wände verschieben und Räume komplett verändern kann. Hier ist nichts statisch oder starr. Die Farben der Wände sind so ruhig und harmonisch, wie ich es wollte – alles in warmweißem Ton. Denn die Lebendigkeit kommt dann von den Kindern, wenn sie spielen. Das Material der Möbel wurde ebenfalls in dieser Harmonie ausgewählt. Und mir war wichtig, dass der Garten so naturnah gestaltet wird, wie es auch das Haus ausstrahlt.

Aus dem Kindergarten wurde ein Familien- und Kinderzentrum: Können Sie mit dem neuen Haus nun Ihr pädagogisches Konzept verwirklichen?

Petra Wolff: Der Neubau ist tatsächlich auf unser neues pädagogisches Konzept als „KiFaZ“ ausgerichtet. Wir haben jetzt einen Elternbereich mit zusätzlicher Küche für gemeinsame Aktionen mit den Eltern; wir kochen hier Marmelade und probieren Rezepte aus. Zweimal die Woche ist hier offener Frühstückstreff und ein Treff am Donnerstagnachmittag, ganz offen und niederschwellig. Wir richten alles her und man braucht sich nur noch hinzusetzen. Dazu gibt’s eine Kreativwerkstatt und wir stellen Nähmaschinen zur Verfügung. Hier werden gemeinsam Hosen repariert, Festgirlanden gebastelt oder Nikolaus-Säckle. Etwas, das man sehen kann – das gibt vielen Eltern Selbstvertrauen. Die Eltern lieben es; wir haben jedesmal 10 bis 15 Teilnehmer.

Was gefällt Ihnen persönlich am neuen Haus besonders gut, wenn Sie morgens herein kommen?

Petra Wolff: Die Gruppenräume insgesamt. Sie sind so geworden, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Und unser Treppenaufgang aus Eichenholz, der ist schon etwas Besonders.

Wie empfinden es die Kinder, Eltern und Kollegen?

Petra Wolff: Wir waren bewusst oft zusammen auf der Baustelle. Damit man sieht, was entsteht. Die Handwerker waren dabei immer freundlich und zugewandt. Den Kindern gab das ein Wir-Gefühl: „Das ist unser Kindergarten, der hier entsteht.“ Sie haben es wachsen sehen. Das ist schon anders, als wenn man einfach in ein neu hingestelltes Haus einzieht. Viele Eltern sagen, sie hätten es sich zunächst nicht so vorstellen können, aber es sei ganz toll geworden. Das Zusammenspiel der Materialien, die Böden, Decken, Wände, Möbel – das alles wird als sehr schön wahrgenommen. Viele sagen: „Ha, das hätt ich auch gern daheim.“

Wie wirkt das Haus auf die Sinne?

Petra Wolff: Man spürt sofort das viele Holz – das ist ein ganz anderer Grundgeruch als bei unserem Altbau aus den 50er-Jahren. Die vielen Fenster geben sehr viel Helligkeit und bei jeder Wetterlage eine andere Lichtstimmung. Das ist ganz besonders, wie es auf einen wirkt. Das Akustik-Konzept ist äußerst wohltuend: Bei so vielen Menschen im Haus ist es erstaunlich ruhig. Aber nicht etwa, weil unsere Kinder brav am Tisch sitzen: Trotz der bewusst hohen Räume ist es baulich so gut gelungen, dass Geräusche gedämmt werden und sich niemals hochschaukeln. Wir empfinden es auch, wenn hier Montagabend die Yoga- und Pilateskurse stattfinden ¬– auf dem geölten Eichenparkett, mit dem Licht durch die Fensterfront: Diese Raumqualität macht etwas sehr Positives mit einem.

Der Stöckach-Kindergarten ist eine Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde. Bedeutet die ökologische Bauweise für Sie auch „die Schöpfung zu bewahren“, wie es Kirchenpfleger Hermann Beck ausgedrückt hat?

Petra Wolff: Oh ja. Es ist der Nachhaltigkeits-Gedanke, der es so wertvoll macht: Ein Holzhaus, die naturnahen Materialien, die emissionsfreie und Ressourcen-schonende Energieversorgung. Danach haben wir auch den Garten ausgerichtet: Statt Stahl-Klettergerüsten finden Sie hier Holz und Steine mit natürlichen Oberflächen. Und statt Blumenrabatten haben wir Beerensträucher gepflanzt und Brokkoli. Wir sehen sieht, wie es wächst, können es ernten und essen.

Würden Sie das Eurokindergarten-Konzept anderen Kindergarten-Leiterinnen und Bauträgern weiterempfehlen?

Petra Wolff: Ja, durchaus. In dieser Qualität und Güte ist es etwas Besonderes. Und wenn man es bekommen kann, ist es sehr zu empfehlen. Die Zusammenarbeit ist sehr gut und der Eurokindergarten passt zu unserem aktuellen pädagogischen Konzept. Man bekommt nicht einfach ein Gebäude hingestellt, sondern alles wird stets abgestimmt. Dazu die Ökologie, der Natur- und Umweltnutzen ¬ – wie hier Strom erzeugt, geheizt und gekühlt wird. Das sollte eigentlich in allen öffentlichen Gebäuden Einzug halten und irgendwann Standard werden.